Kleeblattmuseum · Fürther Turn- und Sportbewegung

Andreas Zolles

Zinnfigurenfabrikant und erster SpVgg-Vorsitzender

1864–1949

Lebensweg und Vereinsgeschichte

Als die Fürther Fußballer 1903 ihre eigene Organisation innerhalb des Turnvereins 1860 gründeten, stand mit Andreas Zolles ein Mann an ihrer Spitze, der gleichermaßen in der städtischen Wirtschaft und im Turnwesen verwurzelt war. Zolles wurde am 28. September 1864 geboren und arbeitete zunächst als Hersteller von Zinnspielwaren. Aus dem eigenen Betrieb entstand die Firma Gebrüder Zolles; ihre Produkte und die Patente von 1902 und 1904 verweisen auf Fürths Bedeutung als Standort der Metallspielwarenindustrie.

Schon 1882 gehörte Zolles dem TV Fürth 1860 an. Von September 1903 bis November 1906 war er erster Vorsitzender der SpVgg Fürth. Danach leitete er den Gesamtturnverein von 1907 bis 1924. Die Fechtclub-Geschichte nennt für Juni 1913 neben Fritz Kern, Georg Reu und Max Loew einen „Herrn Zolles“, den ersten Vorstand des TV 1860. Die Zuordnung zu Andreas Zolles ist naheliegend; ein Originalprotokoll mit ausgeschriebenem Vornamen steht dafür noch aus. Die überlieferten Vereinsbezüge verbinden Fußball, Turnen und Fechten.

Die Fürther Adressbücher verorten seine Wohn- und Geschäftswelt an der Engelhardtstraße. Eine Firmenrecherche nennt für 1949 seinen Tod in Gauting bei München. Das genaue Sterbedatum ist nicht durch eine eigenständig eingesehene Urkunde gesichert.

Weitere Darstellung im Kleeblattmuseum: Sportpersonen-Biografie Andreas Zolles. Die Vereinspersonen-Seite dokumentiert zusätzlich die jeweilige Vereinszuordnung.

Quellen

  1. [1]SpVgg Fürth, Vorsitzendenchronik
  2. [2]Fechtclub Fürth, Vereinsgeschichte
  3. [3]Gebrüder Zolles, Firmenrecherche mit historischen Adressbuchangaben
  4. [4]Fürther Adressbuch 1891, gedruckte Seite 183 / Digitalisat 233
  5. [5]US-Patent 751824, erteilt am 9. Februar 1904

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