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Historisches Fürther Straßenlexikon

Erlanger Straße

Warum heißt die Straße so?

Die Bezeichnung ist überliefert; wer oder was der Namensgeber war, ist noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Ausführliche Straßenbiografie

Zwei neue Friedhöfe und eine Stadt auf dem Weg nach Norden

Die Erlanger Straße zeigt, wie Fürth im Industriezeitalter über seine frühere Siedlungsgrenze hinauswuchs. Mit steigender Einwohnerzahl wurde eine neue Begräbnisstätte nötig. Der städtische Hauptfriedhof im damaligen Randgebiet Ronhof wurde am 29. Dezember 1881 eingeweiht. Die Stadt beschreibt, wie das Gelände später von den wachsenden Wohnquartieren erreicht wurde und vom abgelegenen Bestattungsort zugleich zu einem großen innerstädtischen Grünraum wurde.

Für die jüdische Gemeinde war ebenfalls eine neue Begräbnisstätte notwendig. Bereits 1880 erwarb sie ein Grundstück an der Erlanger Straße. Das von Adam Egerer entworfene Taharahaus entstand 1901/02; Bestattungen fanden jedoch erst seit 1906 auf dem neuen jüdischen Friedhof statt. Wer die beiden Friedhöfe in einer Zeitleiste zusammenführt, darf die Zeitpunkte von Grunderwerb, Gebäudebau und tatsächlicher Eröffnung nicht verwechseln.

Die Grabsteine eröffnen einen Zugang zu einzelnen Familienbiografien, zum Ehrenmal für jüdische Gefallene des Ersten Weltkriegs und zur NS-Verfolgung. Auf dem jüdischen Friedhof erinnern seit 1997 Tafeln mit Namen ermordeter Fürther an Menschen, deren Leben mit vielen Straßen verbunden war. Neben den Friedhöfen gab es an der Erlanger Straße auch Gewerbe- und Industriebauten. Deren Lage und frühere Hausnummern sind gesondert zu untersuchen.

Quellenkritischer Hinweis: 1880 ist der jüdische Grunderwerb, 1906 der Beginn der Belegung; 1881 gehört zum städtischen Friedhof. Quellen verwenden für die Friedhöfe teils unterschiedliche Hausnummern 97 und 99: Gebäudeeingänge vor Kartenabgleich nicht vereinheitlichen.

Weitere Straßen dieser Geschichte

Thematische Verbindungen – keine automatischen Haus- oder Personenidentitäten.

Die Biografie dieser Straße

Adressbelege vorhanden – Namensgeschichte offen

Erlanger Straße ist im Fürther Straßenbestand nachgewiesen. Wann und mit welchem Beschluss die Benennung erfolgte, lässt sich aus den derzeit zugeordneten Quellen noch nicht sicher erklären.

Zur Adressgeschichte liegen 40 Quellenbeobachtungen im Forschungsbestand vor; 12 ausgewählte Belege sind in diesem Straßenprofil erschlossen, darunter Nennungen aus 1891 bis 1899. Die Nennungen dokumentieren historische Adressen und Nutzungen, nicht automatisch den Fortbestand desselben Gebäudes.

Historische Adressnennung ist kein automatischer Nachweis für Eigentum, Wohnsitz oder ein heute erhaltenes Gebäude.

Nachgewiesen im städtischen Großdruck-Stadtplan 2019 · PDF-Seite 4. Ein Nachweis von 2019 ist kein amtlicher Erstbenennungsbeschluss und kein bestätigter aktueller 2026er Straßenstatus. Zur Gesamtliste von 2019 →

Historisch belegte Hausadressen

Archivische Hausbelege sind datierte Quellen-Nennungen. Eine heutige Identität, Eigentümerschaft oder durchgehende Bewohnung ist daraus nicht automatisch ableitbar.

Warum die Quellenphasen wichtig sind

Zum 1. Januar 1890 traten in Fürth geänderte Straßennamen und Hausnummern in Kraft. Ältere Nummern dürfen deshalb nicht anhand der Ziffer allein mit neueren verbunden werden. Mehr zur Nummernreform.

Forschungsstand 11. Oktober 2026 · 40 erfasste Quellenbeobachtungen (nicht gleichzusetzen mit einzelnen Gebäuden).