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Historisches Fürther Straßenlexikon

Maistraße

Warum heißt die Straße so?

Die Bezeichnung ist überliefert; wer oder was der Namensgeber war, ist noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Ausführliche Straßenbiografie

Die Krautheimer-Krippe und das Leben arbeitender Mütter

An der Maistraße 18 entstand 1912 eine der bemerkenswerten Einrichtungen der Fürther Sozialgeschichte: die Krautheimer-Krippe. Martha Krautheimer, geborene Landmann, stammte aus einer jüdischen Fürther Unternehmerfamilie. Ihr verstorbener Mann Nathan Krautheimer hatte testamentarisch Geld für einen sozialen Zweck vorgesehen. Martha erhöhte den Betrag und ermöglichte ein Heim, das sowohl der Säuglingsgesundheit als auch der Entlastung arbeitender Mütter dienen sollte.

Stadtbaurat Josef Zizler entwarf einen zweigeschossigen Bau mit Walmdach, vier Säulen am Eingang und markantem Treppenturm. Die Stiftung war ausdrücklich auch für Kinder unverheirateter Mütter und unterschiedlicher Konfessionen bestimmt. Die räumliche Nähe zum Nathanstift verband zwei unterschiedliche, von jüdischen Wohltätern gestiftete Einrichtungen der Fürsorge. Das Unternehmen der Familie Krautheimer hatte seinen Sitz dagegen an anderen Fürther Adressen; Wohnen, Geschäft und Krippe waren nicht derselbe Standort.

Nach der Emigration Martha Krautheimers und ihrer zweiten Familie 1932 wurde der Name der Stifterin während des Nationalsozialismus aus der Einrichtung entfernt. Nach 1945 kehrte die Erinnerung zurück. Die Krippe beendete ihren Betrieb Ende 1966; das erhaltene Gebäude gehört heute zur Fürther Museums- und Bildungsgeschichte. Eine umfassende Straßenbiografie verbindet damit Geburtshilfe, Sozialfürsorge, Stiftergeschichte, Verfolgung und den denkmalpflegerischen Umgang mit dem Bau.

Quellenkritischer Hinweis: Gebäudestandort Maistraße 18 belegt. Namensherkunft der Maistraße und die anderen Häuser sind dadurch nicht geklärt.

Weitere Straßen dieser Geschichte

Thematische Verbindungen – keine automatischen Haus- oder Personenidentitäten.

Die Biografie dieser Straße

Adressbelege vorhanden – Namensgeschichte offen

Maistraße ist im Fürther Straßenbestand nachgewiesen. Wann und mit welchem Beschluss die Benennung erfolgte, lässt sich aus den derzeit zugeordneten Quellen noch nicht sicher erklären.

Zur Adressgeschichte liegen 15 Quellenbeobachtungen im Forschungsbestand vor; 12 ausgewählte Belege sind in diesem Straßenprofil erschlossen, darunter Nennungen aus 1891 bis 1899. Die Nennungen dokumentieren historische Adressen und Nutzungen, nicht automatisch den Fortbestand desselben Gebäudes.

Historische Adressnennung ist kein automatischer Nachweis für Eigentum, Wohnsitz oder ein heute erhaltenes Gebäude.

Nachgewiesen im städtischen Großdruck-Stadtplan 2019 · PDF-Seite 5. Ein Nachweis von 2019 ist kein amtlicher Erstbenennungsbeschluss und kein bestätigter aktueller 2026er Straßenstatus. Zur Gesamtliste von 2019 →

Historisch belegte Hausadressen

Archivische Hausbelege sind datierte Quellen-Nennungen. Eine heutige Identität, Eigentümerschaft oder durchgehende Bewohnung ist daraus nicht automatisch ableitbar.

Warum die Quellenphasen wichtig sind

Zum 1. Januar 1890 traten in Fürth geänderte Straßennamen und Hausnummern in Kraft. Ältere Nummern dürfen deshalb nicht anhand der Ziffer allein mit neueren verbunden werden. Mehr zur Nummernreform.

Forschungsstand 11. Oktober 2026 · 15 erfasste Quellenbeobachtungen (nicht gleichzusetzen mit einzelnen Gebäuden).