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Mohrenstraße
Warum heißt die Straße so?
Die Bezeichnung ist überliefert; wer oder was der Namensgeber war, ist noch nicht ausreichend nachgewiesen.
Ausführliche Straßenbiografie
Ein alter Straßenzug zwischen Gewerbe und jüdischem Gemeindeleben
Der historische Straßenraum um die Mohrenstraße lag in der Nähe wichtiger Einrichtungen der jüdischen Gemeinde Fürths. Der Schulhof mit Synagogen, Gemeindebauten und religiösen Einrichtungen prägte über Jahrhunderte das Stadtleben. Die Nähe zu solchen Orten ist ein Teil des Quartierskontexts, ohne dass deshalb jede einzelne Mohrenstraßenanschrift eine religiöse Nutzung gehabt haben muss.
Die älteren Hausquellen zeigen eine andere Schicht: 1840 erscheint Michael Offenbacher im Zusammenhang mit Spiegelglashandel; außerdem wird ein Metallschlägermeister Johann Simon Gröber genannt. 1860 tritt das Buchbindergewerbe in Verbindung mit Kost- und Logisvermittlung für jüdische Schüler auf. Diese Berufsbelege sind einzelne Momentaufnahmen der örtlichen Wirtschaft.
1867 erklärte Christoph Stockert, er wohne bei dem Lorgnettenfabrikanten Christian Dannhorn an einer damaligen Mohrenstraßenadresse. Die genaue Quelle unterscheidet Stockerts Wohnen von Dannhorns Hausbesitz und optischer Produktion. Aus diesem Kontakt darf keine eigene Stockert-Gastwirtschaft an diesem Standort erfunden werden.
Die Namensherkunft der Mohrenstraße bleibt im bisherigen Forschungsbestand unbewiesen. Der historisch überlieferte Name wird als Quellenform dokumentiert, während seine Etymologie und die städtische Diskussion um historische Benennungen einer gesonderten quellenkritischen Bearbeitung bedürfen.
Quellenkritischer Hinweis: Historischer Straßenname als Originalform; keine unbelegte Etymologie oder pauschale religiöse Zuschreibung zu einzelnen Häusern.
Weitere Straßen dieser Geschichte
Thematische Verbindungen – keine automatischen Haus- oder Personenidentitäten.
Die Biografie dieser Straße
Adressbelege vorhanden – Namensgeschichte offen
Mohrenstraße ist im Fürther Straßenbestand nachgewiesen. Wann und mit welchem Beschluss die Benennung erfolgte, lässt sich aus den derzeit zugeordneten Quellen noch nicht sicher erklären.
Zur Adressgeschichte liegen 70 Quellenbeobachtungen im Forschungsbestand vor; 12 ausgewählte Belege sind in diesem Straßenprofil erschlossen, darunter Nennungen aus 1840 bis 1901. Die Nennungen dokumentieren historische Adressen und Nutzungen, nicht automatisch den Fortbestand desselben Gebäudes.
Namentlich erschlossen sind unter anderem Michael Offenbacher (1840, Hausnummer 163, Spiegelglasgeschäft; Konzessionsnachfolge nach Bruder A.H.J.); Johann Simon Gröber (1840, Hausnummer I, Metallschlägermeister; Hausbrand); S. J. Offenbacher (1860, Hausnummer 15, Buchbinder; Kost-/Logisvermittlung für israelitische Schüler); J. Wüstendörfer jun. (1873, Hausnummer 5, Gewerbetreibender; sucht Metalldrücker). Die jeweilige Rolle als Bewohner, Gewerbetreibender oder Eigentümer muss anhand der einzelnen Quelle unterschieden werden.
Menschen aus den historischen Quellen
- 1840: Michael Offenbacher, Mohrenstraße 163 – Spiegelglasgeschäft; Konzessionsnachfolge nach Bruder A.H.J.Beleg
- 1840: Johann Simon Gröber, Mohrenstraße 50 I – Metallschlägermeister; HausbrandBeleg
- 1860: S. J. Offenbacher, Mohrenstraße 15 – Buchbinder; Kost-/Logisvermittlung für israelitische SchülerBeleg
- 1873: J. Wüstendörfer jun., Mohrenstraße 5 – Gewerbetreibender; sucht MetalldrückerBeleg
- 1886: Meier, Thomas, Mohrenstraße 1 – Bäcker u. Wirt.Beleg
- 1886: Trautner, Peter, Mohrenstraße 11 – Wirt.Beleg
- 1886: Stößel, Mich., Mohrenstraße 13 – Wirt, Königsstr. 35Beleg
Historische Szenen und Ereignisse
1867 · Wohnen / Lorgnettenfabrikation · Nr. 24
Christoph Stockert teilte 1867 mit, dass er bei Christian Dannhorn in der Mohrenstraße 24 wohne. Das Hausnummernverzeichnis von 1867 führt Dannhorn als Lorgnettenfabrikanten und Besitzer. Die Quelle belegt gerade keine eigene Gastwirtschaft Stockerts an diesem Standort.
Historischer NachweisHistorische Adressnennung ist kein automatischer Nachweis für Eigentum, Wohnsitz oder ein heute erhaltenes Gebäude.
Nachgewiesen im städtischen Großdruck-Stadtplan 2019 · PDF-Seite 5. Ein Nachweis von 2019 ist kein amtlicher Erstbenennungsbeschluss und kein bestätigter aktueller 2026er Straßenstatus. Zur Gesamtliste von 2019 →
Menschen, Gewerbe und Hausnummern aus der Kompassmacherforschung
Sekundärrecherche von Hans Gaab mit konkreten Archiv-, Adressbuch- und Zeitungshinweisen. Eigentliche Hausnutzung, Geschäft und Nummernänderung werden getrennt dargestellt.
1867: 24 – Wohnen / Lorgnettenfabrikation
Christoph Stockert; Christian Dannhorn
Christoph Stockert teilte 1867 mit, dass er bei Christian Dannhorn in der Mohrenstraße 24 wohne. Das Hausnummernverzeichnis von 1867 führt Dannhorn als Lorgnettenfabrikanten und Besitzer. Die Quelle belegt gerade keine eigene Gastwirtschaft Stockerts an diesem Standort.
Quelle: Gaab PDF S. 45, Anm. 161–162; Hausnummern-Verzeichnis 1867 S. 10Historisch belegte Hausadressen
Archivische Hausbelege sind datierte Quellen-Nennungen. Eine heutige Identität, Eigentümerschaft oder durchgehende Bewohnung ist daraus nicht automatisch ableitbar.
Warum die Quellenphasen wichtig sind
Zum 1. Januar 1890 traten in Fürth geänderte Straßennamen und Hausnummern in Kraft. Ältere Nummern dürfen deshalb nicht anhand der Ziffer allein mit neueren verbunden werden. Mehr zur Nummernreform.
Forschungsstand 11. Oktober 2026 · 70 erfasste Quellenbeobachtungen (nicht gleichzusetzen mit einzelnen Gebäuden).