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Historisches Fürther Straßenlexikon

Pfisterstraße

Warum heißt die Straße so?

Die Bezeichnung ist überliefert; wer oder was der Namensgeber war, ist noch nicht ausreichend nachgewiesen.

Ausführliche Straßenbiografie

Das Haus der Blattgoldschläger und seine Nachbarschaft

Die Pfisterstraße erhielt im 19. Jahrhundert eine Reihe spätklassizistischer Sandsteinhäuser. Maurermeister Paulus Müller begann 1862 mit der Errichtung der Häuser 4 bis 12. Das Straßenbild erzählt von der raschen Erweiterung der Fürther Stadt und vom Nebeneinander von Wohnen und handwerklicher Produktion.

Besonders anschaulich ist die Biografie der Pfisterstraße 6: Johann Andreas Kurz erwarb das Anwesen im späten 19. Jahrhundert und betrieb dort eine Metallschlägerformenhandlung. Seit 1901 wird er in einer Darstellung als Privatier im ersten Stock genannt. Erdgeschoss und Hofanbau wurden zur Blattgoldfabrik Leonhard Kurz. Vergoldete Dekoration, ein Goldschlägeremblem und die Initialen LK im Haus erinnerten an das Gewerbe.

Die Firma Leonhard Kurz wurde 1899 gegründet und entwickelte sich vor dem Ersten Weltkrieg zu einem bedeutenden Blattgoldunternehmen. Nach 1919 weitete sich die Herstellung von Goldprägefolie aus. So lässt sich über ein einzelnes Gebäude die Verbindung zwischen älterer Metallschlägerei, spezialisierter Industrie und späterer internationaler Produktion verfolgen. Weitere Pfisterstraßenhäuser dienten dem Wohnen und Lagern.

Quellenkritischer Hinweis: Angaben zur Eigentümer- und Nutzungsfolge der Nummer 6 stammen aus einer objektbezogenen Sekundärdarstellung; Grundbuchprüfung steht noch aus.

Weitere Straßen dieser Geschichte

Thematische Verbindungen – keine automatischen Haus- oder Personenidentitäten.

Die Biografie dieser Straße

Adressbelege vorhanden – Namensgeschichte offen

Pfisterstraße ist im Fürther Straßenbestand nachgewiesen. Wann und mit welchem Beschluss die Benennung erfolgte, lässt sich aus den derzeit zugeordneten Quellen noch nicht sicher erklären.

Zur Adressgeschichte liegen 52 Quellenbeobachtungen im Forschungsbestand vor; 12 ausgewählte Belege sind in diesem Straßenprofil erschlossen, darunter Nennungen aus 1886 bis 1914. Die Nennungen dokumentieren historische Adressen und Nutzungen, nicht automatisch den Fortbestand desselben Gebäudes.

Namentlich erschlossen sind unter anderem Brückner, Ludwig (1886, Hausnummer 16, Wirt.); Haller, Johann (1886, Hausnummer 2, Wirt.). Die jeweilige Rolle als Bewohner, Gewerbetreibender oder Eigentümer muss anhand der einzelnen Quelle unterschieden werden.

Menschen aus den historischen Quellen

  • 1886: Brückner, Ludwig, Pfisterstraße 16 – Wirt.Beleg
  • 1886: Haller, Johann, Pfisterstraße 2 – Wirt.Beleg

Historische Adressnennung ist kein automatischer Nachweis für Eigentum, Wohnsitz oder ein heute erhaltenes Gebäude.

Nachgewiesen im städtischen Großdruck-Stadtplan 2019 · PDF-Seite 6. Ein Nachweis von 2019 ist kein amtlicher Erstbenennungsbeschluss und kein bestätigter aktueller 2026er Straßenstatus. Zur Gesamtliste von 2019 →

Alt-/Neu-Adressen nach Krause (1994)

Die folgenden Paare stammen aus einer nach Archivquellen zusammengestellten Tabelle. Sie sind sekundär dokumentiert; die vollständige originale Nummerierungsübersicht von 1889 wurde noch nicht gegengeprüft. Bei Straßenwechseln kann der spätere Name erst Jahrzehnte nach 1890 entstanden sein.

Alle 99 Forschungs-Konkordanzen ansehen →

Historisch belegte Hausadressen

Archivische Hausbelege sind datierte Quellen-Nennungen. Eine heutige Identität, Eigentümerschaft oder durchgehende Bewohnung ist daraus nicht automatisch ableitbar.

Warum die Quellenphasen wichtig sind

Zum 1. Januar 1890 traten in Fürth geänderte Straßennamen und Hausnummern in Kraft. Ältere Nummern dürfen deshalb nicht anhand der Ziffer allein mit neueren verbunden werden. Mehr zur Nummernreform.

Forschungsstand 11. Oktober 2026 · 52 erfasste Quellenbeobachtungen (nicht gleichzusetzen mit einzelnen Gebäuden).