Fürther Gaststätten · Historische Biografie
Andreas Weigmann: Wirt, Familienvater und das Haus am Marktplatz
Die Fürther Eger-Liste von 1819 verzeichnet Andreas Weigmann an der alten Hausnummer 229 in zwei gastronomischen Funktionen: als Inhaber des „goldnen Schwanen“, eines Gasthofs 2. Klasse, und als Betreiber einer Weinschenke. Der gleiche Name und die gleiche Hausnummer verbinden beide zeitgenössischen Einträge; der Inhabervermerk des Gasthofs ist der stärkste Anker für diese…
Geschichte und Lebensweg
Die Fürther Eger-Liste von 1819 verzeichnet Andreas Weigmann an der alten Hausnummer 229 in zwei gastronomischen Funktionen: als Inhaber des „goldnen Schwanen“, eines Gasthofs 2. Klasse, und als Betreiber einer Weinschenke. Der gleiche Name und die gleiche Hausnummer verbinden beide zeitgenössischen Einträge; der Inhabervermerk des Gasthofs ist der stärkste Anker für diese Zuordnung.
Die Familienrekonstruktion nennt Andreas Weigmann (5. Februar 1759–21. April 1823) als Wirt und Gastgeber. Am 2. Mai 1784 heiratete er Anna Lorenz aus Buch. Aus dieser Ehe sind neun Kinder namentlich überliefert. Nach Anna Lorenz’ Tod am 30. Juli 1801 heiratete der Witwer am 29. November 1802 Anna Elisabetha Kimmel. Die zweite Ehe brachte zehn namentlich aufgeführte Kinder hervor. Der Familienhaushalt ist damit ungewöhnlich gut greifbar, auch wenn die zugrunde liegenden Kirchenbucheinträge in der publizierten Zusammenstellung und nicht hier am Original geprüft wurden.
Ein Findmittel des Landgerichts Fürth nennt 1828 Anna Elisabeth Weigmann als Gastwirtswitwe in einer Streitsache um eine Hofrait am Haus 229. Zeit, Hausnummer und Witwenstatus passen zur zweiten Ehefrau, beweisen ihre Identität aber nicht abschließend; der Akteninhalt ist noch ungelesen.
Der Familienzweig führt aus der Gastwirtschaft in weitere Erwerbsfelder: Sohn Johann Andreas (1816–1892) wurde Zinngießermeister sowie Porzellan- und Glashändler. Sein Sohn Hermann Weigmann (1856–1950) wurde Bakteriologe und Milchwissenschaftler. Diese Folge verbindet Fürther Gastgewerbe, Handwerk und Lebensmittelwissenschaft; sie belegt keine ununterbrochene Betriebsnachfolge des Gasthauses. Für die Hausgeschichte bleiben die alten Nummern 229/225 und die heutige Adresse Marktplatz 2 ohne gesicherte Konkordanz getrennte Ortsanker.
Überlieferte Personen und Stationen
Andreas Weigmann
1759 geboren; Ehe mit Anna Lorenz 1784; deren Tod 1801; zweite Ehe mit Anna Elisabetha Kimmel 1802; 1819 Gasthof und Weinschenke an Haus 229; 1823 gestorben. Sohn Johann Andreas (1816–1892), Zinngießer und Händler; Enkel Hermann Weigmann (1856–1950), Milchwissenschaftler. 1828 Witwen-/Hofraitspur im Findmittel. Haus-Nr. 225 erscheint später.
Wirt und Gastgeber des „Goldenen Schwan“ am Marktplatz. Die 1819er Liste nennt ihn beim Gasthof 2. Klasse und bei einer Weinschenke, jeweils an der alten Haus-Nr. 229. Familiennetz identifiziert Andreas Weigmann (1759–1823), zwei Ehen und 19 namentlich rekonstruierte Kinder. Der nächste belegte Familienzweig führt zum Zinngießer und Händler Johann Andreas (1816–1892) und weiter zu Hermann Weigmann (1856–1950), dem späteren Bakteriologen und Milchwissenschaftler. Ein Findmittel von 1828 nennt Anna Elisabeth Weigmann als Gastwirtswitwe und führt eine Streitsache um eine Hofrait an Haus 229; die Zuordnung zur zweiten Ehefrau bleibt wahrscheinlich, aber nicht urkundlich abschließend bestätigt.
Historische Zuordnungen und Abgrenzungen
Andreas Weigmann: Die Familienangaben beruhen auf einer publizierten Kirchenbuch-/Familienrekonstruktion; die Originalmatrikel wurden nicht selbst eingesehen. Das Archivportal verzeichnet 1828 einen Vorgang, nicht dessen Ausgang. Anna Elisabeths Identität bleibt wahrscheinlich, aber nicht abschließend bewiesen. Alte Haus-Nr. 229/225 nicht ohne Konkordanz auf Marktplatz 2 übertragen.
Passende historische Quellenbeobachtungen
Hier erscheinen nur anhand der vorliegenden Person-, Orts- und Quellenangaben zusammengeführte Einträge. Andere ähnlich benannte Personen bleiben getrennt.
Quellen und Literatur
- [1]Taschen- und Addreß-Handbuch von Fürth1819 · Scans 80–83https://www.digitale-sammlungen.de/de/view/bsb11713482?page=,1
Weitere nachgewiesene Fundstellen
Eger-Liste 1819, Scan 81; Familiennetz Q470; StAN LG Fürth 165, Q477 (Findmittel); NDB 27 (2020), S. 605–607; Bau D-5-63-000-839 als Prüfspur.
Weitere Forschungsfragen
Originalmatrikel und Akte LG Fürth 165 einsehen; Hausnummern 229/225 mit der heutigen Adresse Marktplatz 2 über Primärbelege konkordieren; genaue Geburtsadresse Hermann Weigmanns prüfen. Keine Betreiber- oder Eigentümerkontinuität ohne Brückenbeleg behaupten.
Forschungsstand und historische Abgrenzungen
Die Darstellung beruht auf datierten Personen- und Betriebsnachweisen. Sie belegt nicht automatisch Eigentum, Familienbeziehungen oder den ununterbrochenen Fortbestand eines Lokals.
Einzelne Vor- und Nachfolger, historische Hausnummern und persönliche Beziehungen bleiben offen, wo die Originalquellen keine eindeutige Zuordnung erlauben.