Fürther Gaststätten · Historische Biografie
Johann Stefan Weigmann: zweite Generation der Zinngießerei und des Warenhandels
Johann Stefan Weigmann (auch Johann Stephan oder Jean; 30. Januar 1851–14. Dezember 1927) übernahm die Fürther Gewerbelinie seines Vaters Johann Andreas. Der Familienchronik zufolge führte er ab 20. Juli 1874 die Firma J. A. Weigmann; 1882 wird er als Alleininhaber einer Zinngießerei, eines Hohlglashandels und einer Porzellanwarenhandlung genannt. Das war nicht nur eine…
Geschichte und Lebensweg
Johann Stefan Weigmann (auch Johann Stephan oder Jean; 30. Januar 1851–14. Dezember 1927) übernahm die Fürther Gewerbelinie seines Vaters Johann Andreas. Der Familienchronik zufolge führte er ab 20. Juli 1874 die Firma J. A. Weigmann; 1882 wird er als Alleininhaber einer Zinngießerei, eines Hohlglashandels und einer Porzellanwarenhandlung genannt. Das war nicht nur eine Fortsetzung des Zinngießerhandwerks: Der Betrieb verband Herstellung und Verkauf von Gebrauchs- und Haushaltswaren aus verschiedenen Materialien.
Weigmann verbrachte nach einer Bürgerrechtsakte von 1889 – so die veröffentlichte Chronik – bis dahin bis auf zwei Jahre zur beruflichen Ausbildung und zum Militärdienst sein Leben in Fürth. Am 28. Januar 1889 bat er den Stadtmagistrat um das Bürgerrecht; die Erteilung folgte am 30. Januar, die Urkunde am 5. Februar. Das dokumentiert eine lokale Verwurzelung und zugleich die überörtliche Ausbildung, die das Geschäft für seine weitere Entwicklung nutzbar machen konnte. Ob er selbst in der Werkstatt fertigte oder überwiegend Handel und Leitung verantwortete, ist anhand der bislang erfassten Belege nicht zu trennen.
Die Anschriftenfolge führt die Werkstatt und das Geschäft zunächst an den Marktplatz und ab 1860 an Königstraße 246, später Hausnummer 132. Bei der Umnummerierung 1890 wurde daraus Königstraße 69. Ein Stadtarchivfoto ist im DDB-Katalog als „Weigmann’sches Haus in der Königstraße 69“ verzeichnet (Signatur A 601) und als Wohn- und Geschäftshaus beziehungsweise Weigmannshof indexiert. Zusammen mit der Firmenchronik ist dies ein guter Ortsbezug für die Familien- und Gewerbegeschichte. Es ist jedoch noch kein Beleg dafür, dass Johann Stefan dort persönlich wohnte oder Eigentümer war; die Häusermappe benötigt weiterhin eine genaue Objekt-ID und die Prüfung der historischen Hausnummernkonkordanz.
Die Familienchronik verzeichnet 1895 seine Heirat mit Marie Dorothea Ernestine Wiedenmann. Das Paar hatte zwei Töchter: Emilie Klara (geboren 1896) und Klara Elise Margarete (geboren 1902). Johann Stefan starb am 14. Dezember 1927. Die bisher verwendete Chronik belegt damit eine längere persönliche und geschäftliche Präsenz, doch sie klärt nicht, ob und wie die Firma nach seinem Tod weitergeführt wurde. Ein Fortbestand des Unternehmens über 1927 hinaus wird hier nicht unterstellt.
Sein biografischer Wert für die Alltagsgeschichte liegt in der Verbindung von Werkstatt, Warenhandel, Familienunternehmen und einer konkreten Innenstadtadresse. Zusammen mit Johann Andreas’ Lehre, Meisterprüfung und frühem Werkstattbetrieb lässt sich eine Gewerbegeschichte über zwei Generationen erzählen. Die Verbindung zu Hermann Weigmann ist zugleich familiär: Johann Stefan und Hermann waren Kinder Johann Andreas’ und damit Geschwister. Hermanns wissenschaftliche Laufbahn ist als paralleler Lebensweg aus derselben Familie zu sehen; ein fachlicher Einfluss des Zinngießerbetriebs auf die spätere Milchwissenschaft ist nicht belegt.
Die Firmenmappe enthält noch keinen sicher anschließbaren Zielknoten für den Betrieb J. A. Weigmann. Der dort separat geführte, ungeklärte Eintrag „W. Weigmann / Jean Ziegele“ (V176-010, Sterngasse 17, 1873) darf nicht mit Johann Stefan oder dem Familienbetrieb verschmolzen werden. Der Familiennetz-Crosscheck X-133 benennt Johann Stefan als eigenen Weigmann-Gewerbeknoten und hält den ursprünglichen Firmeninhaber Johann Andreas getrennt. Der Stadtarchivbestand NL 42 zur Familie Weigmann vom Goldenen Schwan ist laut DDB noch unerschlossen; die Geschäfts- und Hausgeschichte kann daraus später weiter geprüft werden.
Überlieferte Personen und Stationen
Johann Stefan (Jean) Weigmann
30.01.1851 Geburt; 20.07.1874 Übernahme/Fortführung der Firma J. A. Weigmann; 1882 Alleininhaber; 30.01.1889 Bürgerrecht verliehen, Urkunde 05.02.1889; 1890 Umnummerierung Königstraße 132 zu Nr. 69; 14.04.1895 Heirat; Töchter 1896 und 1902; 14.12.1927 Tod.
Fürther Zinngießermeister und Händler, der den Familienbetrieb J. A. Weigmann als nächste Generation weiterführte. 1874 trat er laut Gewerbechronik die Geschäftsführung an; 1882 war er Alleininhaber von Zinngießerei, Hohlglashandel und Porzellanwarenhandlung. 1889 erhielt er das Bürgerrecht. Heirat und zwei Töchter sind für 1895–1902 überliefert. Der DDB-Fotokatalog führt das „Weigmann’sche Haus“ in der Königstraße 69 als Wohn- und Geschäftshaus; das ergänzt die Adressgeschichte, ohne seine persönliche Wohnung oder Eigentümerschaft zu beweisen.
Historische Zuordnungen und Abgrenzungen
Johann Stefan (Jean) Weigmann: „Johann Stephan“, „Johann Stefan“ und „Jean“ werden anhand gemeinsamer Familien- und Geschäftsbiografie zusammengeführt; Originalmatrikel prüfen. Die DDB-Hausbezeichnung belegt keinen persönlichen Wohnsitz oder Besitz. Keine Verbindung zu V176-010 und keine Firmenfortführung nach 1927 behaupten.
Quellen und Literatur
Weitere nachgewiesene Fundstellen
;; Familiennetz X-133; DDB/Stadtarchiv Fürth A 601.
Weitere Forschungsfragen
StAF Fach 18a W 653 und die darin dokumentierte Firmen-/Gewerbechronik, Bürgerrechtsakte 1889, Adressbücher, Matrikel und Heiratsregister original prüfen; für die 1890er Adresskette Hausnummernkonkordanz, Kataster und DDB-Objekt A 601 mit Häuser-ID abgleichen; Firmenmappe um J. A. Weigmann nur bei eindeutigem Quellenanker ergänzen; Firmenfortführung nach 1927 nicht aus dem Todesdatum ableiten.
Forschungsstand und historische Abgrenzungen
Die Darstellung beruht auf datierten Personen- und Betriebsnachweisen. Sie belegt nicht automatisch Eigentum, Familienbeziehungen oder den ununterbrochenen Fortbestand eines Lokals.
Einzelne Vor- und Nachfolger, historische Hausnummern und persönliche Beziehungen bleiben offen, wo die Originalquellen keine eindeutige Zuordnung erlauben.