Kleeblattmuseum · Fürther jüdische Lebensgeschichten
David Farntrog
Fürther Kaufmann und Vater von Ruth, Edith Rosalie und Jeannette Ilse Farntrog.
Familie und Handel
David Farntrog wurde am 20. August 1883 in Fürth geboren. In der familiengeschichtlichen Dokumentation wird er als Kaufmann bezeichnet. Seine Ehefrau Ella, geborene Ehrlich, war die Mutter von Jeannette Ilse (geboren am 1. September 1913), Ruth (geboren am 16. Mai 1919) und Edith Rosalie (geboren am 20. Juni 1922).
Eine Anzeige vom 14. Juni 1907 im Frankfurter Israelitischen Familienblatt wird mit Davids Textilgeschäft in Verbindung gebracht. Bisher liegt dafür die spätere Transkription vor; eine Überprüfung des historischen Zeitungsscans steht aus.
Die Töchter und die Auswanderungsversuche
Jeannette Ilse gelang nach der biografischen Überlieferung die Auswanderung in die Vereinigten Staaten. Ruth erlernte 1938/39 in Frankfurt die Säuglingspflege und kehrte anschließend nach Fürth zurück. Nach dem Tod von Ella am 21. Oktober 1940 in Erlangen versuchte David vergeblich, mit Ruth und Edith Rosalie auszuwandern.
Eine Dokumentation zum Frankfurter Kinderhaus berichtet, dass David, Ruth und Edith Rosalie am 22. März 1942 nach Izbica oder Piaski verschleppt worden seien. Sie vermerkt zugleich ausdrücklich, dass Ruth auf den bislang bekannten Transportlisten nicht gefunden wurde. Diese Diskrepanz muss auch bei David und Edith im Einzelnen überprüft werden.
Was sich noch prüfen lässt
Handelsregister, Adressbücher und der Originalscan der Anzeige können Davids beruflichen Weg genauer belegen. Für das Verfolgungsschicksal sind Fürther Melderegister, die Deportationslisten und Gedenkblätter wichtiger als die bloße Übernahme einer späteren Familienzusammenstellung.
Die überlieferte Anzeige von 1907
Die historische Anzeige, die David Farntrog zugeschrieben wird, ist ein Ansatzpunkt, den Textilhandel der Familie bereits vor dem Ersten Weltkrieg nachzuzeichnen. Entscheidend sind nicht nur die Firmierung und der Warenbereich, sondern auch die genaue Adresse, der Name des Inhabers und mögliche spätere Veränderungen. Erst der Originaldruck kann klären, ob der Eintrag tatsächlich dieselbe Person betrifft.
Für die Forschung sollten der Jahrgang des Israelitischen Familienblatts, Fürther Adressbücher und gegebenenfalls Handelsregisterakten parallel ausgewertet werden. Die bisherige Zuordnung bleibt bis dahin vorläufig.
Ein Familienzweig zwischen Fürth und Frankfurt
Die Ausbildung und Tätigkeit der Tochter Ruth im Frankfurter Umfeld verbindet Davids Familie mit der jüdischen Wohlfahrtspflege über Fürth hinaus. Dass auch die Töchter des verwandten Lazarus Farntrog als Krankenschwestern arbeiteten, ist eine auffällige Parallele, beweist aber keine gemeinsame Ausbildungsentscheidung.
Die Biografien von Ruth, Betti und Rosi sollten anhand konkreter Dienst- und Meldeunterlagen miteinander verknüpft werden.