Kleeblattmuseum · Jüdische Familiengeschichte
Emmy Esther Farntrog
Die jüngste Tochter der Fürther Familie Farntrog: Kindheit unter nationalsozialistischer Verfolgung und ein noch nicht vollständig rekonstruierter Lebensweg.
Geboren in Fürth
Emmy Esther Farntrog, in einigen Veröffentlichungen auch Emmi geschrieben, wurde am 19. September 1925 geboren. Ihre Eltern waren Lazarus Elieser Farntrog und Jettchen Jael, geborene Nachmann. Die älteren Geschwister hießen Rosi Rivka, Betti Bilha, Gerda Gertrud und Erwin Isaak.
Emmy war noch ein Kind, als die Nationalsozialisten 1933 an die Macht kamen. Über ihre konkrete Schulzeit, Freundschaften und eigene Erinnerungen sind in den bisher ausgewerteten Veröffentlichungen keine gesicherten Einzelheiten überliefert. Gerade deshalb sollte ihre Geschichte nicht auf ein Deportationsdatum reduziert werden.
Das Familienleben unter Verfolgung
Der Vater betrieb ein Textilgeschäft und engagierte sich für die jüdische Kranken- und Bestattungsfürsorge. Die Mutter führte nach einer veröffentlichten Forschungsdarstellung noch 1933 ein Grabsteingeschäft in der Königstraße 137. Die beiden ältesten Schwestern wurden Krankenschwestern: Rosi in Fürth, Betti später in Frankfurt.
Für die jüngeren Geschwister veränderten Ausgrenzung und Verfolgung die Zukunftsaussichten. Gerda konnte 1940 nach Palästina fliehen. Erwin gelangte nach Frankreich, wurde dort interniert und 1942 nach Auschwitz deportiert. Rosi und Betti wurden ebenfalls 1942 verschleppt.
Emmys eigenes Verfolgungsschicksal
Die pflegehistorische Forschung zählt Emmy zu den in der Shoah verlorenen Angehörigen der Familie. Eine Darstellung verbindet ihre Deportation mit der ihrer Eltern 1943. Der genaue individuelle Transport, das Datum und der Todesort sind mit den hier eingesehenen Sekundärquellen jedoch nicht hinreichend eindeutig belegt. Deshalb werden sie nicht als gesicherte Lebensdaten ausgegeben.
Für eine belastbare Rekonstruktion sind die Fürther Meldeunterlagen, die namentlichen Deportationslisten, das Bundesarchiv-Gedenkbuch und die für Emmy eingereichten Gedenkblätter von Yad Vashem gegenzuprüfen.
Erinnerung und Forschungsfragen
Die überlebende Schwester Gerda, später Weinstein, hinterließ nach der Familienüberlieferung Gedenkblätter und Fotografien zu Angehörigen. Diese Dokumente könnten Emmys individuelle Lebensgeschichte weiter erhellen. Die Originalblätter wurden für diesen Artikel noch nicht separat eingesehen.
Zu klären bleiben insbesondere Emmys Schulbesuch, letzte Wohnadresse, individuelle Deportation und die zeitgenössischen Belege ihres Schicksals. Ihre Geschichte wird daher als quellenkritisch offener biografischer Forschungsstand veröffentlicht.
Vorsicht bei einer namensähnlichen Emmi Farntrog
Ein öffentlich einsehbarer genealogischer Stammbaum nennt eine Emmi Farntrog mit dem Geburtsdatum 2. September 1925 und einem Tod im Jahr 2008 in Brooklyn. Als Eltern werden dort Moses Martin Farntrog und Martha Machloh Lippstadt angegeben. Diese Angaben unterscheiden sich von den für Emmy Esther überlieferten Daten (19. September 1925; Eltern Lazarus und Jettchen). Es handelt sich daher nicht um einen belegten Überlebensnachweis für Emmy Esther, sondern um einen eigenständigen Identitätskandidaten, der strikt getrennt zu halten ist.
Private Online-Stammbäume sind Sekundärüberlieferungen und kein Ersatz für Geburts- oder Sterberegister. Quelle: Geneanet, Suchergebnisse zum Familiennamen Farntrog.