Stadt Fürth

Kleeblattmuseum · Biografien jüdischer Fürther

Gerda Farntrog (Weinstein)

Eine Überlebende der Familie Farntrog, deren Erinnerungszeugnisse zur Rekonstruktion der Familiengeschichte beitragen.

Fürther Kindheit

Gerda Gertrud Farntrog wurde am 30. März 1922 in Fürth geboren. Sie war eine Tochter von Lazarus Elieser Farntrog und Jettchen Jael, geborene Nachmann. Zu ihren Geschwistern gehörten Rosi, Betti, Erwin und Emmy.

Sie darf nicht mit Gerda Farntrog, später Oppenheimer, verwechselt werden, die am 10. Oktober 1923 in Regensburg geboren wurde und einer anderen Familienlinie angehörte.

Flucht nach Palästina

Nach der Familienüberlieferung gelang Gerda 1940 die Flucht nach Palästina. Ihr Lebensweg wird mit dem Flüchtlingsschiff „Patria“ verbunden. Beim Untergang des Schiffes im Hafen von Haifa im November 1940 kamen zahlreiche Menschen ums Leben; Gerda überlebte nach der überlieferten Darstellung.

Für die genaue Reiseabfolge und ihre eigene Aussage zu diesem Ereignis sollten Passagierlisten und persönliche Zeugnisse herangezogen werden.

Leben nach der Flucht

Gerda lebte später unter dem Namen Weinstein in den Vereinigten Staaten. Von besonderem Wert sind ihre Einträge beziehungsweise Gedenkblätter für Angehörige in der Yad-Vashem-Überlieferung. Sie bewahren Namen und Familienbeziehungen, ersetzen aber bei widersprüchlichen Einzelheiten nicht die Prüfung amtlicher Register.

Warum ihre Zeugnisse wichtig sind

Rosi und Betti wurden deportiert; auch weitere Familienangehörige fielen der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer. Gerdas Überleben ermöglichte es, Teile ihrer Geschichte an spätere Generationen weiterzugeben.

Offen bleiben die genaue Chronologie ihrer Flucht, ihre späteren Lebensstationen und die Originaltexte der Gedenkblätter.

Eine Familiengeschichte mit zwei Frauen namens Gerda

Gerda Gertrud Farntrog aus Fürth, geboren am 30. März 1922 und später Weinstein, darf nicht mit Gerda Farntrog aus Regensburg, geboren am 10. Oktober 1923 und später Oppenheimer, verwechselt werden. Letztere war eine Tochter von Jakob und Thekla Farntrog. Gleichlautende Vornamen und derselbe Familienname sind kein ausreichender Beleg für Identität.

Diese Unterscheidung ist für die Auswertung von Interviews, Gedenkblättern und Familienregistern zentral. Ein Zeugnis von Gerda Oppenheimer kann nicht ohne Weiteres als autobiografische Aussage von Gerda Weinstein verwendet werden.

Die Patria und die Grenzen der Überlieferung

Die mit Gerda Weinstein verbundene Fluchtgeschichte führt nach Haifa im Jahr 1940 und zum Schiff Patria. Das Schiff wurde im November 1940 im Hafen von Haifa durch eine Explosion zerstört. Die genaue Art von Gerdas Anwesenheit, ihre Reiseroute und ihr persönlicher Bericht sind anhand von Passagierlisten oder Interviews noch zu prüfen.

Für den Artikel wird deshalb zwischen der historischen Schiffskatastrophe und der bislang nur biografisch überlieferten individuellen Beteiligung unterschieden.

Erinnerungsarbeit nach dem Krieg

Gerdas späterer Name Weinstein erscheint im Zusammenhang mit Gedenkblättern für Angehörige. Diese Dokumente sind zugleich Zeugnisse des Verlusts und Quellen für die Rekonstruktion von Familienbeziehungen. Bei der Erfassung sollten Einreichungsdatum, Schreibweise der Namen und die jeweils genannte Verwandtschaftsbeziehung mitgespeichert werden.

Die Gedenkblätter können helfen, Rosi, Betti, Erwin, Emmy sowie die Eltern Lazarus und Jettchen miteinander zu verbinden, ohne abweichende Angaben vorschnell zu glätten.

Die Flucht als Einschnitt in die Familiengeschichte

Gerda war erst 18 Jahre alt, als ihr nach der familienbiografischen Überlieferung 1940 die Flucht nach Palästina gelang. Ihre Schwestern Rosi und Betti blieben in Europa. Die späteren Deportationen machen die Trennung zu einem entscheidenden Einschnitt in die Familiengeschichte. Die genaue Reiseroute, mögliche Zwischenaufenthalte und die persönlichen Umstände ihrer Flucht sind bisher nicht durch eine vollständige Passagier- oder Auswanderungsakte belegt.

Die häufig erzählte Verbindung mit dem Schiff Patria ist deshalb als biografische Überlieferung kenntlich zu machen. Erst ein namentlicher Passagiernachweis oder ein eigenes Zeugnis Gerdas würde ihre konkrete Anwesenheit zweifelsfrei belegen.

Wie Familiengedenken zu einer historischen Quelle wird

Nach dem Krieg bewahrte Gerda unter ihrem späteren Namen Weinstein Erinnerungen an Angehörige. Die mit ihr verbundenen Gedenkblätter in Yad Vashem sind für die Rekonstruktion der Familie besonders wertvoll: Sie können Verwandtschaftsverhältnisse, Namensvarianten und überlieferte Schicksale dokumentieren.

Ein Gedenkblatt ist jedoch nicht mit einem zeitgenössischen Personenstands- oder Deportationsregister gleichzusetzen. Für eine wissenschaftliche Auswertung sollten jeweils das Originaldokument, der Name der einreichenden Person, das Einreichungsdatum und die konkret genannte Beziehung zum Opfer erfasst werden.

Eine präzise Abgrenzung zur Regensburger Gerda

Die in Regensburg am 10. Oktober 1923 geborene Gerda Farntrog, später Oppenheimer, gehört nach der bisherigen familiengeschichtlichen Zuordnung zur Linie Jakob und Thekla. Die Fürther Gerda Gertrud, später Weinstein, wurde am 30. März 1922 geboren und war eine Tochter von Lazarus und Jettchen. Beide Lebenswege sind getrennt zu dokumentieren. Gerade bei mündlichen Erinnerungen, Suchtreffern und digitalisierten Gedenkblättern schützt diese Unterscheidung vor falschen Verknüpfungen.

Ein neuer biografischer Nachweis aus der Nachkriegszeit

Eine 2024 veröffentlichte biografische Zusammenstellung von Franz-Josef Wittstamm nennt für Gerda Gertrud Farntrog, später Weinstein, den 17. April 2005 als Todestag und Lansdale in den Vereinigten Staaten als Sterbeort. Diese Angabe erweitert die bislang nur allgemein beschriebene amerikanische Lebensphase. Die Zusammenstellung ist eine Sekundärquelle; eine amerikanische Sterbeurkunde oder ein zeitgenössischer Nachruf wurde hierfür noch nicht geprüft.

Die pflegehistorische Darstellung nennt Benjamin Weinstein als Ehemann. Sie beschreibt zudem, dass Gerda der Gedenkstätte Yad Vashem Fotografien und biografische Angaben über ermordete Angehörige übermittelte. Die einzelnen Original-Gedenkblätter sind für diesen Artikel weiterhin noch nicht separat eingesehen worden.

Quellen: Spuren im Vest: Gerda Farntrog; Jüdische Pflegegeschichte.

Quellen und weiterführende Nachweise

Historische Bildquellen werden erst nach Prüfung der konkreten Dateilizenz eingebunden.

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