Kleeblattmuseum · Fürther Familienbiografien
Jeannette Ilse Farntrog
Eine Tochter der Fürther Familie David und Ella Farntrog, deren Auswanderung in die Vereinigten Staaten einen bislang wenig erforschten Überlebensweg eröffnet.
Herkunft und Familie
Jeannette Ilse Farntrog wurde nach der familiengeschichtlichen Darstellung am 1. September 1913 geboren. Sie war eine Tochter von David Farntrog und Ella, geborene Ehrlich. Zu den in derselben Quelle genannten Schwestern gehören Ruth, geboren 1919, und Edith Rosalie, geboren 1922. Diese Familienzuordnung ist mit den Fürther Personenstands- und Melderegistern noch im Original zu prüfen.
Der Vater David wird mit dem Textilhandel in Verbindung gebracht. Für die Kinder bedeutete das Aufwachsen in Fürth eine Zugehörigkeit zu einer jüdischen Stadtgesellschaft, die nach 1933 zunehmend entrechtet und ausgegrenzt wurde. Über Jeannettes Schulbesuch und ihren eigenen Beruf liegen derzeit keine belastbaren Einzelangaben vor.
Auswanderung in die Vereinigten Staaten
Die veröffentlichte Familienüberlieferung berichtet, dass Jeannette Ilse in die Vereinigten Staaten auswandern konnte. Anders als bei ihren Schwestern Ruth und Edith, deren Verfolgungsgeschichte in der Fürther und Frankfurter Dokumentation behandelt wird, eröffnet sich damit ein Überlebensweg außerhalb des nationalsozialistischen Machtbereichs.
Ein Ausreisedatum, ein Hafen, der Schiffsname und die erste amerikanische Wohnadresse sind bislang nicht anhand von Passagierlisten oder Einwanderungsunterlagen überprüft. Es wäre deshalb verfrüht, eine konkrete Reiseroute oder spätere amerikanische Lebensstationen zu behaupten.
Die Schicksale der Angehörigen
Die Mutter Ella starb nach der Frankfurter Kinderhaus-Dokumentation am 21. Oktober 1940 in Erlangen. Für David, Ruth und Edith Rosalie werden gescheiterte Auswanderungsbemühungen und eine Verschleppung im März 1942 beschrieben. Bei Ruth ist die namentliche Zuordnung zu den überlieferten Transportlisten ausdrücklich ungeklärt. Die Trennung von Jeannette und ihren Angehörigen darf daher nicht durch eine scheinbar lückenlose, tatsächlich unbelegte Familienchronologie verdeckt werden.
Die nächsten Quellen
Die größte Aussicht auf neue Erkenntnisse bieten die Fürther Melderegister und Auswanderungsakten, amerikanische Einwanderungs- und Einbürgerungsunterlagen sowie mögliche Nachrufe oder Familienzeugnisse. Bei der Suche sind Schreibvarianten wie Jeannette, Jeanette, Ilse und Farntrog zu berücksichtigen; ein Treffer darf erst mit Geburtsdatum und Familienbezug zugeordnet werden.
Ein genauer amerikanischer Lebenslauf oder ein Todesdatum kann erst nach Prüfung solcher Einzelnachweise ergänzt werden.
Quellen und Forschungsstand
- Frankfurter Kinderhaus: Dokumentation zu Ruth Farntrog und ihrer Familie ↗
- Jüdische Pflegegeschichte: Familienverbindungen nach Fürth ↗
- US National Archives: Einwanderungsunterlagen als künftiger Rechercheweg ↗
Die beiden familiengeschichtlichen Veröffentlichungen sind die bisherige Grundlage. Die US-Archivseite ist eine Recherchehilfe, kein bereits ermittelter persönlicher Nachweis.