Familiengeschichte
Sophie Gertrude Caspary - Ausbildung, Fotografie und Verfolgung
Sophie Gertrude Krautheimer wurde am 29. Mai 1900 in Fürth als Tochter von Nathan und Martha Krautheimer geboren. Ihre Familie war durch die Krautheimer-Krippe mit der Fürther Säuglingsfürsorge verbunden. Sophie selbst wurde als Säuglingsschwester ausgebildet und arbeitete außerdem als Industriefotografin. Ihr Bruder Richard Krautheimer wurde später Kunsthistoriker.
Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme floh Sophie mit ihrer Familie 1933 nach Frankreich. Dort lebte sie mit ihrem Mann Ernst Caspary und ihrem Sohn Gerard. Die Flucht bedeutete keine Sicherheit: 1942 wurde sie nach den biografischen Quellen über das Internierungslager Drancy deportiert und später in Auschwitz ermordet. Auch Ernst Caspary fiel der nationalsozialistischen Verfolgung zum Opfer. Die Deutsche Biographie gibt den Todeszeitraum für Sophie mit 1942/45 an; ein genauer Tag darf deshalb nicht ohne weiteren Nachweis genannt werden.
Ihr Sohn Gerard, genannt Gert, überlebte im Versteck in Südfrankreich und emigrierte nach dem Krieg in die Vereinigten Staaten. Sophies Lebensweg verdient eine eigenständige Darstellung: Er führt von Fürther Berufs- und Familiengeschichte über die Flucht vor Verfolgung bis zu Deportation, Ermordung und dem Überleben der nächsten Generation.