Stadt Fürth

Vorgängerorte · Forschungsfrage – noch zu prüfen

Gemeindespital an der Königsstraße

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Königsstraße 119 (Quellenform; Nummernkonkordanz ungeprüft)
Überlieferter Zeitraum
ca. 1800–1820, Sekundärangabe
Einrichtung oder Nutzung
Vorgängerorte
Forschungsstand
Forschungsfrage – noch zu prüfen

Geschichte und Nutzung

Der Häuser- und Arztmaster führt an der Königsstraße 119 eine frühe Gemeindespitalspur für ungefähr 1800 bis 1820 (nach einem Geschichtslexikon). Dieser Hinweis macht auf ein wichtiges Problem der Stadtgeschichte aufmerksam: Fürth besaß nacheinander mehrere Formen der Armen- und Hospitalversorgung, deren Gebäude und Bezeichnungen in Rückblicken häufig zusammengeschoben werden. Ohne einen zeitgenössisch datierten Katasterbeleg darf die genannte Hausnummer nicht mit dem Armen- und Hirtenhaus von 1441 oder dem späteren Hospital in der Schwabacher Straße gleichgesetzt werden.

Für das Gebäude sind bislang weder Architekt noch Baujahr noch eine gesicherte spätere Nachnutzung dokumentiert. Hier liegt weniger eine ausgeschmückte Hausbiografie als eine präzise Forschungsaufgabe vor: Adressbuch, Parzelle, Träger und Funktion müssen zuerst zusammengeführt werden.

Vertiefung v199: Für die Königsstraße 119 muss zuerst die genaue Datierung der Quelle feststehen: Die im Geschichtslexikon zusammengefasste Gemeindespitalspur betrifft ungefähr die Jahrzehnte um 1800, nicht bereits automatisch das neuere Krankenhaus. Interessant ist die Zwischenstellung dieses Orts zwischen älterem Armenhaus und dem nach 1830 geplanten Bau. Aus ihr lässt sich die Frage gewinnen, ob hier Unterbringung, Krankenbehandlung und kommunale Verwaltung räumlich zusammenfielen. Ein Stadtplan mit alter Anwesen-Nummer und die Magistratsprotokolle hätten Vorrang vor jeder anschaulichen, aber unbewiesenen Rekonstruktion von Krankensälen.

Vier beheizbare Krankenzimmer im Hungerjahr 1771

Die stadtgeografische Untersuchung von Oliver Bender bezeichnet 1765 als Jahr des städtischen Neubaus an der Königstraße 119. Im bayernweiten Hungerjahr 1771 wurde dort eine Form des Gemeindehospitals eingerichtet, das über vier beheizbare Krankenzimmer verfügte. Ein Adressbuch von 1807 habe das Gebäude dagegen weiterhin als „Hirtenhaus“ bezeichnet; 1816 sei es verkauft worden. Der medizinische Zweck einer zeitweiligen Nutzung darf nicht zum Beleg eines bis 1816 durchgehend betriebenen spezialisierten Krankenhauses erweitert werden. Das vor 1765 bestehende Hirten- und Armenhaus an der Königstraße 76 ist als gesonderter Quellenknoten MEDBAU-120 erfasst. Die Namen und Lebensläufe der Bewohner sowie die moderne Parzellenzuordnung stehen noch aus.

Neue Quellenperspektive v207

Der Übergang von älteren Armen- und Hirtenhäusern zu Hospitalbauten muss neben der Fürther jüdischen Krankenhausversorgung betrachtet werden. Eine Quelle von 1867 nennt die baufällige Hospitalanlage neben dem jüdischen Friedhof im Jahr 1828 ausdrücklich als Anlass eigener Neubaupläne. Diese Situation ist ein zeitgleicher sozialgeschichtlicher Vergleich, aber kein Nachweis gemeinsamer Trägerschaft oder einer Identität mit dem städtischen Hospital an der Königstraße.

Offene Fragen und Quellenkritik

Quelle und Hausnummerkette im Original nachweisen; Identität mit anderen Gemeindespitalen ungeklärt.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/
  2. https://dokumen.pub/frth-von-a-bis-z-ein-geschichts-lexikon.html
  3. https://www.klinikum-fuerth.de/de/ueber_uns/geschichte.php
  4. https://d-nb.info/959011846/34
  5. https://hdbg.eu/juedisches_leben/quellen-19-jahrhundert/1867-juedische-wohlfahrt-in-fuer

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

Weitere Orte aus diesem Bereich

← Zur Übersicht der Medizinorte