Stadt Fürth

Vorgängerorte · Quellengebundenes Forschungsdossier

Das ältere Israelitische Hospital – der Vorgänger am Friedhof

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Bereich jüdischer Friedhof, genaue historische Parzelle offen
Überlieferter Zeitraum
1653–1846 (institutionelle Folge)
Einrichtung oder Nutzung
Vorgängerorte
Forschungsstand
Quellengebundenes Forschungsdossier

Geschichte und Nutzung

Vor dem großen Sandsteinbau in der Theaterstraße gab es bereits seit 1653 ein jüdisches Hospital in Fürth. Eine historische Darstellung verortet es beim jüdischen Friedhof; das frühe Adresshandbuch von 1819 führt ein jüdisches Hospital unter einer damaligen Anwesen-Nummer. Die räumliche und bauliche Überlieferung ist jedoch nicht dicht genug, um alte Nummer, heutigen Straßenverlauf und ein bestimmtes erhaltenes Gebäude gleichzusetzen.

Die Einrichtung wurde nicht allein als Ort der Krankenpflege verstanden; sie war auch Teil jüdischer Gemeindefürsorge. Als 1802 die medizinische Ausstattung verbessert wurde und ab 1828 wiederholt ein Neubau erwogen wurde, wird der Druck sichtbar, die vorhandenen Räume den Bedürfnissen der Gemeinde anzupassen. Die Einweihung von 1846 bezeichnet einen neuen Standort, nicht die Gründung der jüdischen Krankenhausfürsorge. Eine überzeugende Biografie dieses Vorgängerbaus muss noch Grundstücksakten, Kataster und die frühe Nummerierung verbinden.

Vertiefung v199: Die älteste belegte Fürther jüdische Krankenfürsorge verdient einen eigenen historischen Ort, auch wenn die Mauern nicht identifiziert sind. Die Nachricht von einem Hospital beim Friedhof seit 1653, seine bessere medizinische Ausstattung 1802 und die Neubauüberlegungen seit 1828 erzählen von institutioneller Dauer unter wechselnden räumlichen Bedingungen. Der moderne Bau von 1846 war deshalb kein Beginn aus dem Nichts. Für die nächste Rekonstruktion werden Parzellenpläne der Friedhofsnachbarschaft und die Hausnummer des Verzeichnisses von 1819 nebeneinandergestellt; eine heute sichtbare Fassade lässt sich daraus bislang nicht herleiten.

Quellenbasierter Nachtrag v200

Eine zusätzliche Perspektive liefert Oliver Benders wissenschaftlicher Überblick: Beim jüdischen Hospital von 1653 wurden nicht allein Kranke, sondern auch Wöchnerinnen versorgt. Das macht den früheren Standort zu einem Teil der Fürther Geburts- und Pflegegeschichte, lange bevor das Krankenhaus von 1846 an der Theaterstraße entstand. Für diese Verbindung spricht die Sekundärliteratur; konkrete Geburtszahlen, Zimmer oder personale Kontinuität sind damit noch nicht belegt.

Neue Quellenperspektive v207

Der zeitgenössische Fürther Wohlfahrtsbericht von 1867 beschreibt die alte 1653 gegründete Hospitalanlage als kleines Haus neben dem jüdischen Friedhof, in dem weibliche Bedienstete im Erdgeschoss und männliche im darüberliegenden Stockwerk untergebracht waren. 1828 löste sein baulicher Zustand Planungen für einen Ersatzbau aus. Der wissenschaftliche Mikwenaufsatz erwähnt, dass 1834 von giftigen Dämpfen betroffene Frauen im damaligen jüdischen Hospital versorgt wurden: Dieser Hinweis gehört zum alten Hospitalstandort und nicht zum erst 1846 eingeweihten Neubau der Theaterstraße.

Quellenvertiefung v209 — 1813–1846: Gemeinde, Fürsorge und Hospitalneubau

Das Haus der Bayerischen Geschichte unterscheidet die Aufwertung der medizinischen Ausstattung 1802, Neubauplanungen ab 1828, den Grundstückskauf 1839 und die Einweihung des Hospitalneubaus 1846. Der Umzug an die Theaterstraße war damit ein über viele Jahre vorbereiteter institutioneller Wandel und keine punktuelle Neugründung der jüdischen Armen- und Krankenfürsorge. Die Überlieferung enthält keine durchgehende Parzellen- oder Bausubstanzidentität zwischen dem alten Standort am Friedhof und dem neuen Gebäude.

Ergänzungen aus dem FürthWiki-Abgleich

Diese Belege ergänzen das historische Standortdossier. Es handelt sich um quellenkritisch eingeordnete Hinweise des Forschungsmasters v230, nicht um neue Gebäudenachweise oder automatisch freigegebene Personenidentitäten.

  • um 1653 – Frühes Hekdesch am Friedhof: FürthWiki verortet das ältere jüdische Hospital an der Rednitzstraße 28. Eine weitere lokalhistorische Darstellung nennt dagegen die Nummer 26.

    Weiter zu prüfen: Die abweichenden Hausnummern sind ein offener Adresskonflikt, kein Beleg für zwei Gebäude. Historische Nummerierung und Parzelle müssen geprüft werden.

    FürthWiki-Quellenartikel · Forschungsbeleg V230-010

  • 17. Jahrhundert – Berufsrollen im älteren Hospital: FürthWiki nennt für das alte jüdische Hospital einen jüdischen Arzt, einen christlichen Wundarzt und eine jüdische Hebamme.

    Weiter zu prüfen: Die Quelle nennt an dieser Stelle keine Personennamen; deshalb weder drei neue Menschenprofile noch eine sichere Stellenchronologie ableiten.

    FürthWiki-Quellenartikel · Forschungsbeleg V230-011

FürthWiki-Autorengemeinschaft, CC BY-SA für Artikeltexte soweit nicht anders angegeben. Keine Übernahme ungeprüfter Bilddateien; Originalakten sind gesondert auszuwerten.

Offene Fragen und Quellenkritik

Exakte Lage, erhaltene Bausubstanz und Übergang 1653/1819/1846 offen. Keine Gleichsetzung mit Theaterstraße 36.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://www.juedische-pflegegeschichte.de/institutionen/juedisches-krankenhaus-fuerth/
  2. https://hdbg.eu/juedisches_leben/gemeinde/fuerth/292
  3. https://rijo.hier-im-netz.de/pdf/DE_FU_JU_fuerth2.pdf
  4. https://fis.uni-bamberg.de/bitstream/uniba/9/1/Dokument_1.pdf
  5. https://hdbg.eu/juedisches_leben/quellen-19-jahrhundert/1867-juedische-wohlfahrt-in-fuer
  6. https://www.geschichtsverein-fuerth.de/index.php/menuetitel2/fgb-download/category/6-fgb-jahrgang-2011?download=17%3Afgb-heft-3-2011

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

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