Stadt Fürth

Fürsorgebauten · Quellengebundenes Forschungsdossier

Das ehemalige Krippen- und Kinderspitalgebäude Theresienstraße 30

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Theresienstraße 30
Überlieferter Zeitraum
1873–1883 (Bauphase)
Einrichtung oder Nutzung
Fürsorgebauten
Forschungsstand
Quellengebundenes Forschungsdossier

Geschichte und Nutzung

Die amtliche Denkmalliste verzeichnet an der Theresienstraße 30 einen dreigeschossigen Bau, der einmal Krippenanstalt und Kinderspital war. Josef Bleschart wird als Architekt genannt; die Bauphase ist mit 1873–1883 angegeben. Sandsteinfassade, Pilastergliederung, rustiziertes Erdgeschoss und Zahnschnittfries sind typische Elemente der Neurenaissance. Die Fassade erzählt, dass Wohlfahrtsbauten in der wachsenden Stadt nicht zwangsläufig unscheinbar sein mussten.

Für das Kinderspital nennt das medizinische Adressbuch des späten 19. Jahrhunderts allerdings die Nachbarnummer 34. Beide Quellen dürfen nicht allein wegen der Funktionsbezeichnung automatisch zum selben physischen Haus zusammengeführt werden. Erst Kataster, Baupläne und Nummernwechsel können klären, ob beide Anschriften unterschiedliche Gebäudeteile, Institutionsteile oder verschiedene Bauwerke bezeichnen.

Vertiefung v199: Das Bauwerk Theresienstraße 30 ist mit Josef Bleschart, Neurenaissance-Fassade und Bauzeit 1873–1883 ungewöhnlich gut baulich konturiert. Die lange Kinderspitalgeschichte besitzt jedoch mindestens einen zweiten Adressknoten an der Theresienstraße 34. Eine moderne Rückschau berichtet, dass die alte Kinderklinik 1969 von einem Neubau im Klinikum abgelöst wurde; dies erlaubt keine rückwirkende Identifizierung der Häuser 30 und 34. Historische Pläne und Erschließung müssen erst klären, welche Nutzungen innerhalb des früheren Kinderspital-Ensembles welchem Eingang zuzuordnen sind.

Quellenbasierter Nachtrag v200

Der für 1859 belegte Standort des Kinderspitals und seine größere Erweiterung um 1900 geben Anlass, zwei im medizinischen Register erfasste Kinderheim- beziehungsweise Krippenspuren an der Theresienstraße zunächst kritisch gegenüberzustellen. Ohne Plan und Hausnummernkonkordanz ist nicht bewiesen, dass beide Profile zwei unabhängige Baukörper meinen. Der fotografische Katalogeintrag A 5571 bildet einen Ausgangspunkt für diese bauhistorische Identitätsentscheidung, keinen zusätzlichen dritten Standort.

Vertiefung v201 — Für die präzise Objektgeschichte ist die Trennung der benachbarten Hausnummern zentral: Ein amtlich beschriebenes Krippen- und Kinderspitalgebäude an der Theresienstraße 30 steht neben dem historisch für 1859 belegten Kinderspital-Standort Theresienstraße 34. Benders Darstellung datiert einen Entwicklungsschub des Kinderspitals um 1900, sagt aber NICHT, welcher Flügel und welche Parzelle davon erfasst waren. Auch der 1969 am Klinikum eingeweihte Kinderklinik-Neubau ist ein ganz anderes Gebäude. Die Bauakten 30/34 und die Umnummerierungsakten sind erforderlich, bevor aus diesen Einträgen eine exakte Baukörperkette entsteht.

1856 – Betreuung im Dockelesgarten (Forschungsstand v213)

Oliver Bender unterscheidet das Kinderspital von der frühen Säuglingsbewahrung. Ein Fürther Zweig des St.-Johannis-Vereins richtete nach der historischen Überblicksdarstellung 1856 eine Krippe im „Dockelesgarten“ an der Theresienstraße 30 ein. Das war eine Form der Tages- und Kleinkinderbetreuung im sozialen Umfeld arbeitender Familien und nicht automatisch eine Kinderkrankenstation. Die genaue damalige Baugestalt, spätere Umbauten und Identität mit heutigen Gebäudeteilen müssen gesondert an Plänen nachgeprüft werden. Der Zusammenhang mit der späteren Krautheimer-Krippe zeigt zugleich, wie die Stadt mehrere Fürsorgeformen unterschied, bevor die Kinderheilkunde an moderne Krankenhausbauten gebunden wurde.

Baugeschichte und historische Adressen

Überlieferte Bau- und Gestaltungspersonen: Josef Bleschart

Denkmal- bzw. Objektvermerk: D-5-63-000-1390

Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.

Zum Häuser- und Adressregister →

Offene Fragen und Quellenkritik

Abgrenzung Nr. 30/34, ursprünglicher Krippenbetrieb, Bewohner/Pflegekräfte.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://geodaten.bayern.de/denkmal_static_data/externe_denkmalliste/pdf/denkmalliste_merge_563000.pdf#page=224
  2. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12027657/499
  3. https://www.nordbayern.de/fuerth/trost-durchs-fenster-furths-alte-kinderklinik-ist-geschichte-1.5382667
  4. https://fis.uni-bamberg.de/bitstream/uniba/9/1/Dokument_1.pdf
  5. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/item/TDTSJLZM6UL3NQMPGA3AHXUGOELIBPO5
  6. https://fis.uni-bamberg.de/bitstream/uniba/9/1/Dokument_1.pdf#page=164
  7. https://fis.uni-bamberg.de/bitstream/uniba/9/1/Dokument_1.pdf#page=162

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

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