Stadt Fürth

Fürsorgebauten · Forschungsfrage – noch zu prüfen

Städtisches Versorgungshaus – ein Gebäude jenseits der Akutklinik

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Würzburger Straße 110
Überlieferter Zeitraum
vor 1945; Baujahr offen
Einrichtung oder Nutzung
Fürsorgebauten
Forschungsstand
Forschungsfrage – noch zu prüfen

Geschichte und Nutzung

Das Versorgungshaus an der Würzburger Straße 110 gehört zur anderen Seite der medizinischen Stadtgeschichte: nicht zu Operationssälen und modernen Kliniken, sondern zur dauernden städtischen Betreuung unterstützungsbedürftiger Menschen. Das Arztregister verzeichnet hier die Einrichtung, ohne aus der vorliegenden Quelle einen vollständigen Bau- und Personalverlauf abzuleiten.

Die historische Bedeutung liegt gerade in dieser Funktion zwischen Wohlfahrt, Pflege und kommunaler Verwaltung. Für eine konkrete Gebäudebiografie fehlen im derzeitigen Korpus allerdings Baupläne, Gründungsdatum und Belegungsstatistiken; diese Lücken werden offen benannt.

Menschen, Zeitspuren und Hausregister – Ergänzung v198

Ein Abgleich mit dem Häuser-Master v176 bringt zusätzliche datierte Spuren ans Licht: 1893: Bodner, Ver. [Quellform] (Diakonisse). Diese Angaben gehören zunächst zur dortigen historischen Adressform. Sie sind weder ein Eigentumsnachweis noch eine automatische Aussage über den unveränderten Baukörper. Weitere Quellen müssen die konkrete Raum- und Nutzungsgeschichte erst sichern.

1892: Die „Pfründ“ erhält ein eigenes Haus

Eine 1932 veröffentlichte Presseschau berichtet zum vierzigsten Jubiläum von der Einweihung des Altersheims Würzburger Straße 110 am 30. August 1892. Zunächst kamen 60 ältere Menschen in die neue Einrichtung. Zwei Schwestern, zwei Dienstmädchen und ein Hausmeister bildeten laut dem historischen Rückblick das gesamte Anfangspersonal. Das Wasser wurde anfangs noch in ein Reservoir unter dem Dach gepumpt und floss von dort durch ein Rohr in die Küche. Erst 1898 kam der Anschluss an die städtische Wasserleitung hinzu. Das sind konkrete Spuren eines Pflegealltags, der ohne moderne Technik auskommen musste.

1932: 100 Bewohner und eine getrennte Siechenabteilung

Vier Jahrzehnte später nennt derselbe Pressespiegel 47 Männer und 53 Frauen als Bewohner. Eine zusätzliche Erdgeschossabteilung versorgte 16 Männer und 25 Frauen. Fünf Neuendettelsauer Schwestern, zwei Rummelsberger Diakone und vier Dienstmädchen erscheinen als Betreuungspersonal. Die 100 Bewohner und die 41 Plätze der Siechenabteilung werden hier als getrennte Kategorien des Berichts gelesen; eine amtliche Bettenkapazität oder identische Stichtagsbelegung ist daraus nicht ohne Originalstatistik zu berechnen. Das Haus hatte Vorläufer im alten Krankenhaus und in einem Schulgebäude – diese Vorgeschichte gehört zur Institution und nicht zum Backsteinneubau von 1892.

1892 bis 1987: ein Pflegehaus verschwindet, die Fürsorgeeinrichtung bleibt

Das städtische Versorgungshaus an der Würzburger Straße 110 wurde 1892 als Neubau für ältere und hilfsbedürftige Menschen eröffnet. Die bisherige Masterbiografie hält fest, wie klein das Personal anfangs war: zwei Schwestern, zwei Dienstmädchen und ein Hausmeister. Eine Presseschau für 1932 berichtet von 100 Bewohnerinnen und Bewohnern sowie einer gesondert beschriebenen Siechenabteilung. Erst diese Unterscheidung verhindert, dass aus verschiedenen Versorgungskategorien eine fiktive einheitliche Bettenzahl wird. Die Abfolge vom alten Krankenhaus über die Pfründnerunterbringung im Schulhaus bis zum Neubau dokumentiert die Entwicklung der Einrichtung, nicht das Alter jedes einzelnen Gebäudes.

Ein 2026 veröffentlichter Bildbeitrag zur Geschichte des ersten städtischen Altenheims zeigt eine weitere Zäsur: 1987 begann nach seiner Darstellung der Abbruch und Ersatz durch den Neubau am selben Bereich gegenüber der Christkönigskirche. Der heutige Nachfolgestandort ist deshalb keine unangetastete Fortsetzung der 1892er Bausubstanz. Für diese Phase sollten Bauakte, Abbruchgenehmigung und ein datierter Bildvergleich mit den historischen Aufnahmen eingesehen werden. Die Bilddarstellung ist Sekundärbeleg; sie ersetzt kein amtliches Abbruchprotokoll.

Baugeschichte und historische Adressen

Hinweis zum Häuserregister: H-00480 (Adressgleichheit; Zeitstufe getrennt prüfen)

Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.

Zum Häuser- und Adressregister →

Offene Fragen und Quellenkritik

Baujahr, Träger, Dienstpersonal und spätere Funktion aus städtischen Akten.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://www.deutsche-digitale-bibliothek.de/
  2. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb11560014/123
  3. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12067866/287
  4. https://dokumen.pub/frth-von-a-bis-z-ein-geschichts-lexikon.html
  5. https://www.fuerthwiki.de/wiki/images/4/4d/Kuntermann_1932.pdf#page=53
  6. https://faerddfoddos.de/fuerths-erstes-staedtisches-altenheim

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

Weitere Orte aus diesem Bereich

← Zur Übersicht der Medizinorte