Stadt Fürth

Apotheken · Forschungsfrage – noch zu prüfen

Hirschenapotheke – Apothekenstandort im Fürther Adressnetz

Ein historischer Ort der Fürther Gesundheitsgeschichte: Seine Nutzung, die beteiligten Menschen und seine Entwicklung werden anhand überlieferter Quellen rekonstruiert.

Historische Anschrift
Weinstraße 1
Überlieferter Zeitraum
historisches Adressbuch, Jahr separat prüfen
Einrichtung oder Nutzung
Apotheken
Forschungsstand
Forschungsfrage – noch zu prüfen

Geschichte und Nutzung

Die Hirschenapotheke erscheint im medizinischen Forschungsbestand als Apothekenstandort an der Adresse Weinstraße 1. Die Stadtgeschichte der Arzneimittelversorgung war eng mit der Entwicklung von Ladengeschäften, Konzessionsrechten und den Berufen der Apotheker verbunden. Das historische Haus ist als Standort fassbar; ein konkreter Neubau, das Inventar und die personelle Betreiberfolge sind bislang nicht durchgängig dokumentiert.

Eine spätere Apotheke gleichen Namens muss nicht dieselbe Parzelle, dieselbe Konzession oder denselben Inhaber besitzen. Für eine eigentliche Gebäudebiografie werden die datierten Adressbücher, Konzessionsakten und die amtliche Nummernkonkordanz benötigt.

Menschen, Zeitspuren und Hausregister – Ergänzung v198

Besonders wichtig ist die Differenz zwischen dem Institutsnamen und dem tatsächlich belegten Haus. Unter Weinstraße 1 dokumentiert der Häuser-Master 1873 einen Zigarrenhandel des Moritz Sachs. 1886 und 1893 ist dort Wilhelm Ludwig Wollner als Landgerichts- beziehungsweise Bezirksarzt genannt; 1895 und 1899 erscheinen auch der Augenarzt Hans Wollner und Wilhelm Ludwig Wollner in medizinischen Funktionen. Diese datierten Hausbeobachtungen beweisen noch nicht, dass in denselben Räumen zur selben Zeit die Hirschenapotheke betrieben wurde. Die Apothekenzuordnung im Medizin-Master ist daher bis zu einem passenden Betriebsbeleg als prüfbedürftige Standortzuschreibung zu lesen. Für die Familie Wollner ist das Haus dennoch ein starker biografischer Knoten, ohne dass daraus eine Genealogie oder ein gemeinsamer Praxisvertrag konstruiert werden darf.

Vertiefung v199: Neuer Häuser-Crosscheck: 1873 Moritz Sachs (Zigarrenhandel); 1886–1899 mehrere getrennte Wollner-Arztbelege. Die Apothekenbezeichnung und ärztliche Adressnutzungen müssen zeitlich getrennt werden. Daraus darf keine durchgehende Baukörper- oder Personenidentität konstruiert werden; die verknüpfte Haus-ID dient als datierter Prüfpfad.

Eine Apothekeradresse im Alpenverein von 1913

Ein zusätzlicher datierter, zeitgenössischer Beleg führt an die Weinstraße 1: Im Jahresbericht der Fürther Alpenvereinssektion für 1913 wird Ernst Rattelmüller, Apotheker, im Zusammenhang mit dem Abgeben beziehungsweise Vorzeigen von Pass-/Ausweisfotografien an der Adresse genannt. Der Häuser-Master v179 hat diese Quellenstelle als eigene, am Druckscan geprüfte Beobachtung erfasst. Das ist eine konkrete öffentliche Funktion des Apothekers und ein Anker für ein Fürther Vereinsnetzwerk. Der Beleg beweist jedoch weder Eigentum noch die Konzession oder den Namen „Hirschenapotheke“; ebenso wenig belegt er, dass die bereits 1886 und 1890er-Jahren an derselben nominellen Adresse genannten Ärzte zur gleichen Zeit in derselben Wohnung tätig waren. Für die historische Gebäudeidentität zwischen den Nummerierungsphasen werden Kataster oder Grundbuch benötigt.

Weitere historische Quellen und Verbindungen

Die folgenden Hinweise stammen aus den zusammengeführten FürthWiki-Forschungsblöcken v232 bis v242. Ortsbezug bedeutet keine automatische Gleichsetzung benachbarter oder mehrfach beschriebener Gebäude.

1894–1895

Schutz vor benachbarter Verlegung

Der Betreiber der Hirschen-Apotheke wandte sich 1894 gegen den geplanten Umzug der Mohren-Apotheke an die Blumen-/Hirschenstraße. Die Regierung lehnte 1895 den Antrag ab.

Zu prüfen: Der Einspruch belegt einen Apothekenrechtskonflikt, keine nachweislich eröffnete Konkurrenzapotheke am beantragten Standort.

Quellenbeleg ↗

8. August 1873 / 10. Juni 1874

Konzession und tatsächliche Eröffnung

Ernst Gustav Rattelmüller erhielt 1873 eine Konzession und eröffnete die Hirschenapotheke am 10. Juni 1874 an der damaligen Weinstraße 1.

Zu prüfen: Im v240-Master steht Ernst Ludwig Gustav Rattelmüller. Namenskürzung versus weitere Vornamen durch Originalkonzessionsakte prüfen. Die historische Adresse nicht ungeprüft mit sämtlichen Gebäudeteilen der heutigen Rudolf-Breitscheid-Straße 1 gleichsetzen.

Quellenbeleg ↗

1894–1895

Beantragter Standortwechsel abgelehnt

Sebastian Hertlein wollte die Mohren-Apotheke von Königstraße 82 zur Ecke Blumen-/Hirschenstraße verlegen. Nach Widerspruch des Hirschen-Apothekers wurde der Antrag 1895 abgelehnt.

Zu prüfen: Die beantragte Verlegung ist ausdrücklich NICHT erfolgt und begründet keine neue Mohren-Apothekenadresse. Regierungsakte Stadtarchiv Fürth AGr. 5/731 prüfen.

Quellenbeleg ↗

Alle 3 verknüpften Quellenbeobachtungen ansehen →

Apothekerbiografien im Zusammenhang mit diesem Ort

Quellengebundene Personen- und Institutionenbeziehungen; keine automatische Aussage, dass eine Person jeden hier beschriebenen Baukörper besessen oder dort gewohnt hat.

Baugeschichte und historische Adressen

Hinweis zum Häuserregister: H-00215 (Adressgleichheit; Zeitstufe getrennt prüfen)

Diese Angaben sind keine automatische Gleichsetzung mit heutigen Hausnummern oder benachbarten Gebäudeteilen. Baukörper und historische Nutzungszeiten werden getrennt geprüft.

Zum Häuser- und Adressregister →

Offene Fragen und Quellenkritik

Quelljahr, historisches Nummernsystem, Betreiber, Konzession und Bauphasen.

Das Dossier dokumentiert den jeweiligen Forschungsstand und kann bei neuen Originalfunden ergänzt oder korrigiert werden.

Quellen und Nachweise

  1. https://www.digitale-sammlungen.de/
  2. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb11559292/395
  3. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb12027657/498
  4. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb11561673/93
  5. https://api.digitale-sammlungen.de/ocr/bsb11559293/421
  6. https://bibliothek.alpenverein.de/webOPAC/02_AV-Sektionsschriften/Sektion_Fuerth/Jahresberichte/SektionFuerth1913-web.pdf

Die Nachweise sind Forschungsquellen. Ihre Aufnahme bedeutet keine pauschale Zustimmung zu allen Einzelangaben.

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